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    Auf Spurensuche in Kapstadt

    Stets auf der Suche nach spannenden Geschichten für das Walbusch-Magazin führt uns unser Weg nach Kapstadt – in eine der schönsten Metropolen der Welt. Klar, es gibt den Tafelberg, das Kap der Guten Hoffnung, den endlosen Bloubergstrand – Sehenswürdigkeiten an denen kein Tourist vorbeikommt. Aber uns interessiert das diesmal nicht. Wir haben die Bo-Kaap entdeckt. Jenes ungewöhnliche Viertel im Zentrum von Kapstadt, in dem die Häuser in Grün, Pink und Violett leuchten.

    Zugegeben, auch die Bo-Kaap ist ein beliebtes Fotomotiv. Und auch wir können uns nicht sattsehen an den Häusern, die gute Laune verbreiten, kaum, dass man sie erblickt. Aber warum werden sie gerade hier und nirgendwo sonst mit knallbunten Farben angestrichen?

    Zuflucht ehemaliger SklavenWir möchten das herausfinden und begeben uns deshalb hinein – mitten in die Bo-Kaap, die am steilen Hang des Signal Hills liegt. Das Viertel ist recht klein, ungefähr einen Kilometer lang und zwei breit, so steht es im Reiseführer. Es lässt sich also praktisch an einem Vormittag erkunden. Am besten mit festem Schuhwerk, denn die meisten der engen Gassen und steilen Straßen sind aus Kopfsteinpflaster.

    Unsere Suche führt uns in die Wale Street zum Iziko Bo-Kaap Museum. Hier muss es eine Antwort geben. Das Museum wirkt gemütlich, es ist eingerichtet wie ein muslimisches Haus und erzählt die rund 300-jährige Geschichte des Viertels. Davon allerdings nur die Kurzfassung: Die Einwohner der Bo-Kaap sind Nachfahren jener Sklaven, die im 17. Jahrhundert von der Holländisch-Ostindischen Handelskompanie aus Indonesien, Malaysia oder Indien ans Kap verschleppt und später von Briten befreit wurden.

    Viele MeinungenWann die Häuser ihre leuchtenden Farben bekommen haben und warum – darüber finden wir im Museum überraschenderweise erst einmal nichts. Am besten wir fragen die Bewohner selbst! Einige sitzen an diesen Vormittag auf den Stufen ihrer Häuser und beobachten das Geschehen auf der Straße. Auf unsere Frage reagieren sie erst überrascht, dann mit nahezu überwältigender Freundlichkeit: Die ehemaligen Sklaven seien so glücklich über ihre Befreiung gewesen, dass sie ihren Häusern bunte Anstriche gaben, sagt der eine. Ein anderer: Die Farbe des Hauses hätte Auskunft über den Beruf gegeben, weil die Siedler weder schreiben noch lesen konnten. Und der dritte: Nach dem offiziellen Ende der Apartheid 1994 hätten die Bewohner aus Freude zum Farbpinsel gegriffen.

    Eine AntwortAlle Erklärungen klingen nachvollziehbar. Wissenschaftlich bewiesen ist jedoch keine einzige. Das sagt Paul Tichmann, Kurator des Bo-Kaap Iziko Museums, den wir später am Museum treffen. »Als sich die ehemaligen Sklaven in der Bo-Kaap ansiedelten waren die Häuser alle weiß«. Aus religiösen Gründen wäre nach und nach Farbe ins Spiel gekommen. »Zur Vorbereitung des höchsten islamischen Freudenfestes ›Eid‹ geben die muslimischen Bewohner ihren Häusern einen farbenprächtigen Anstrich«, erklärt Tichmann.

    Unsere Spurensuche hat uns durch ein kulturell interessantes Viertel geführt. Über Kopfsteinpflaster, durch schmale Gassen, in denen Kinder spielen. Vorbei an kleinen Geschäften, Moscheen und Häusern, deren Leuchten wir nicht vergessen werden.

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