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    Das Schaufenster als Arbeitsplatz

    Für den ersten Eindruck gibt es keine zweite Chance. Das gilt auch für das Dekorieren von Schaufenstern. Ein schöner Blickfang lädt zum Innehalten während eines Stadtbummels ein. Nur wenige Sekunden entscheiden dann darüber, ob sich ein vorbeigehender Passant angesprochen fühlt und das Geschäft als potentieller Kunde betritt oder einfach weiterzieht.

    Das Schaufenster gibt einen ersten Blick auf das Ladeninnere frei und soll Neugier sowie Begehrlichkeiten beim Betrachter wecken. Die Präsentation der Waren muss also gleichermaßen zum Unternehmen wie auch zur Kundschaft passen.

    Verantwortlich dafür, die Produkte ins rechte Licht zu rücken, sind „Gestalter für visuelles Marketing“. Wie es gelingt, einen schönen Blickfang im Walbusch-Schaufenster unserer deutschen Filialen zu arrangieren, haben wir bei Michael Schmidt, Visual Merchandiser bei der Walbusch Filial KG, nachgefragt.

    Wie haben Sie diesen kreativen Beruf gelernt, Herr Schmidt?

    Michael Schmidt: Mit 17 Jahren habe ich bei der Modekette Hettlage eine klassische Ausbildung zum Schauwerbegestalter absolviert. Danach war ich einige Jahre bei einem anderen Bekleidungsunternehmen tätig, bevor ich in den Bereich Visual Merchandising (VM) wechselte. Zu meinem Arbeitsfeld als „VM“ zählt neben den Schaufenstern auch die visuelle Darstellung der Ware auf Tischen, Ständern und in Rückwänden.

    Beschreiben Sie uns Ihre Aufgaben. Sind Sie viel unterwegs in den Filialen?

    Michael Schmidt: Etwa die Hälfte der Zeit arbeite ich in der Zentrale in Solingen. Hier erarbeite ich Visual-Merchandising-Handbücher für die Kollegen in den Filialen. Außerdem plane ich die Schaufenster für die verschiedenen Saisonthemen und dekoriere sie in unserer Musterfiliale in Solingen. Die Fotos dienen dann als Vorgabe für alle Filialen. Wenn wir neue Möbel oder Accessoires für die Warenpräsentation benötigen, dann kümmere ich mich auch darum. Wichtig für mich ist aber auch, regelmäßig draußen in unseren Filialen zu sein. Sonst werde ich ja zum Theoretiker!

    Gibt es Unterschiede im Visual Merchandising bei Walbusch gegenüber anderen Modeunternehmen?

    Michael Schmidt: Ja, durchaus. Für Walbusch-Kunden ist es besonders wichtig, die Funktion der Produkte eindeutig zu erkennen. So krempeln wir zum Beispiel eine Thermojeans leicht um, damit das wärmende Futter sofort zu sehen ist. Bei anderen Produktvorteilen arbeiten wir auch mit Hangtags oder Aufstellern. Es geht bei uns also um viel mehr als nur Modefarben. Damit das gelingt, arbeite ich in engem Austausch mit Kolleginnen aus den Bereichen Marketing und Sortiment. Außerdem ist unser Katalog eine wichtige Guideline. Hier sind die Produkte gut beschrieben, und unsere Kunden mögen es, dass sie die Katalogthemen auch in ihrer Walbusch-Filiale wiederfinden.

    Und Ihr privater Kleiderschrank? Alles nach Farben sortiert?

    Michael Schmidt: Mein Kleiderschrank ist schon wohlgeordnet, alle Hemden schön aufgebügelt und nach Farbe sortiert. Und als Ausgleich zum Job bin ich gern im Garten: Farbthema grün mit starken Akzenten.

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