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    Wasser wird zum edlen Tropfen ...

    ... mischt man es mit Malz und Hopfen.

    Erinnern Sie sich daran, wann Sie Ihr erstes Bier getrunken haben? Ich nicht. Dabei ist Bier in Deutschland ja fast ein nationales Heiligtum und viele Geschichten handeln davon. Darüber später mehr. Zunächst ein paar Fakten.

    2016 gab der Durchschnittsdeutsche knapp 90 Euro für Bier und Biermix-Getränke aus, 74 Liter wurden letztes Jahr getrunken. Doch der Konsum geht zurück. Schon längst ist Bier, das für viele noch immer allein aus Hopfen, Malz, Hefe und Wasser hergestellt werden sollte, nicht mehr die bevorzugte Wahl bei Durst.

    Vorbei sind auch die Zeiten, wo Bier aufgrund seiner vielen Kalorien als flüssiges Brot galt. Im Mittelalter hatte der Gerstensaft einen geringeren Alkoholgehalt und wurde deshalb auch bedenkenlos an Kinder ausgeschenkt. Überhaupt zogen viele Menschen damals Bier dem Trinkwasser vor, wohl auch weil es weitgehend keimfrei war, nachdem die Bierwürze gekocht worden war.

    Heute arbeiten in Deutschland, wie die Süddeutsche Zeitung kürzlich schrieb, mehr als 25.000 Menschen in rund 1.400 Brauereien. Wer alle Brauereien besuchen möchte, und jeden Tag eine ansteuert, der braucht dafür fast vier Jahre! Die große Anzahl der Brauereien geht nicht nur auf die traditionell starke Verbreitung von großen und kleinen Brauereien in Deutschland zurück. Es ist Bewegung in den Biermarkt gekommen, denn verstärkt greifen die Deutschen zu Bieren von Mikrobrauereien oder Craft-Beer-Machern – doch was versteht man darunter eigentlich?

    Das ist nicht mein Bier – oder doch? Mikro- oder Kleinstbrauereien haben einen geringen Bierausstoß, oft kann man das dort gebraute Bier auch nur vor Ort trinken. Von den bereits erwähnten 1.400 Brauereien in Deutschland sind gut die Hälfte Mikrobrauereien, die im Jahr nicht mehr als 1.000 Hektoliter Bier brauen. Ein anderer Begriff, der im Zusammenhang mit Bier immer öfter auftaucht, ist »Craft Beer«. ›Craft‹ ist ein englischer Begriff, der mit Handwerk übersetzt werden kann. Denn im Gegensatz zu vielen anderen Bieren werden Craft-Biere tatsächlich noch handwerklich hergestellt.

    Einige Länder wie die USA haben bereits Regeln für Craft-Biere aufgestellt, auch in England besinnt man sich auf die Bier-Traditionen. In Deutschland gibt es durch die vielen kleinen Brauereien seit langem eine große Biervielfalt, aber auch hier zeugen zahlreiche Craft-Beer-Festivals und Geschäfte davon, dass Craft-Biere immer beliebter werden. Dabei springen auch traditionelle Brauereien auf den Trend auf und brauen Biere, die eben kein Pils sind. Das bedeutet nicht, wie der Verband der privaten Brauereien betont, dass wild drauflos gebraut werden darf. »Craft Beer ist kein Bierstil, keine Biersorte, sondern ein genussvoller Ansatz zu mehr Genuss bei Bier.«

    Guinness und Geschichte. Aber zurück zum Anfang unserer Geschichte. Und den Geschichten rund ums Bier. Denn ob es ums Bier geht, das Opa trank, um eine Entdeckung beim Craft-Beer-Festival, oder das Bier, was uns nach einer langen Wanderung auf der Hütte so richtig gut geschmeckt hat – jeder Biertrinker hat wohl eine genussvolle Geschichte zu erzählen. Ich erinnere mich daran, wie ich über das irische Guinness einmal las, ein gut gezapftes erkenne man daran, dass eine Münze auf der weißen Schaumkrone liegen könne, ohne zu versinken. Also bestellte ich in einer Bar im südirischen Baltimore (etwa 100 Kilometer südöstlich von Cork) ein Pint. Ich holte eine Münze heraus und legte sie vorsichtig auf den Schaum, der aussah wie steifgeschlagene Sahne. Aber – die Münze versank schneller als ich gucken konnte. Geschmeckt hat das Bier trotzdem.

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