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Sprichwörtlich #11

In unserer Serie „Sprichwörtlich“ geht es heute um die Redewendung: „auf Tuchfühlung gehen“…

Angenommen, Sie stehen in einer Bar und sehen einen Mann oder eine Frau, den oder die Sie attraktiv finden. Sie möchten diesen Menschen gern näher kennenlernen, deshalb denken Sie in diesem Moment: „Ich gehe mal auf Tuchfühlung.“

Das ist natürlich Quatsch! Diese Redensart haben Sie in einer gelassenen Atmosphäre sicher nicht im Kopf – auch wenn sie tatsächlich bedeutet, dass Sie Kontakt aufnehmen möchten. Wir haben das Beispiel gewählt, weil man die Redensart heute dazu nutzt, um genau solche Situationen zu beschreiben. Der Ursprung der Wendung hat allerdings weniger mit zwischenmenschlichen Bedürfnissen zu tun …

Auf Tuchfühlung gingen vor gut 100 Jahren nämlich Soldaten. Und zwar dann, wenn sie in Reih und Glied so nah nebeneinander standen, dass sich der Stoff (das Tuch) der Uniform mit dem des Nebenmanns berührte. Die Bezeichnung tauchte zum ersten Mal 1909 in dem militärischen Handbuch für Heer und Flotte auf.

Übrigens ist der Ausdruck im Englischen weniger bildlich. Die Briten sagen einfach und konkret „to get close to somebody“, was übersetzt „jemanden nahe kommen“ bedeutet.

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