Radeln wie auf Schienen

In der Beschreibung des Wegs hieß es: »Vorder- und Rücklicht sind unbedingt erforderlich!« Wir ignorierten diesen Hinweis. Später war uns klar, dass das keine gute Idee war. Als wir in Katalonien durch die ehemaligen Eisenbahntunnel zwischen Tortosa und Bennifallet radelten und den Punkt erreichten, an dem wir weder Ein- noch Ausgang des Tunnels sahen, wurde uns doch etwas unheimlich. Denn auch wenn die stillgelegten und zu Radwegen umgebauten Bahntrassen in Spanien »Via Verde« – grüne Wege – heißen: tief im Tunnel war es eher schwarz als grün.

650 Wege zwischen Kiel und Konstanz.                                                                                          Auch in Deutschland wird diese Art der Landeserkundung immer beliebter. Aktuell sind bundesweit rund 650 längere und kürzere Radwege bekannt, die über ehemalige Bahntrassen führen. Der Vorteil: die Wege sind meist autofrei, es gibt kaum Kreuzungen und die Strecken führen – je nachdem in welche Richtung man fährt – nur bergab. Oft führen die Bahntrassenradwege durch Tunnel, über atemberaubende Brücken und sie eröffnen Wege in die Natur, die nicht mit dem Auto zu entdecken ist.

Ob Schleswig-Holstein oder Thüringen, dem Saarland oder Sachsen: in Deutschland gibt es mittlerweile in jedem Bundesland Bahntrassenwege, einige, wie etwa zwischen Essen und Duisburg, sind Teil von ehrgeizigeren Zielen: auf der Strecke der ehemaligen Rheinischen Bahn sollen 21 Kilometer eins mit dem Radschnellweg Ruhr werden – und so ambitionierte Pendler zum Umstieg aufs Zweirad bewegen.

Grenzen überschreiten                                                                                                                     Viele Bahntrassenwege sind für diejenigen ideal, die auf ihren Touren architektonische Höhepunkte erleben wollen. Zum Beispiel die Müngstener Brücke, höchste Eisenbahnbrücke Deutschlands und über den bergischen Panoramarundweg erreichbar. Eine weitere schöne Route: die ehemalige Vennbahn, die von Aachen bis nach Troisvierges in Luxemburg führt. Diese Bahntrasse verbindet Deutschland, Belgien und Luxemburg und ist mit 125 Kilometern eine der längsten, durchgehenden Europas.

Wer lieber den hohen Norden erkundet, für den gibt es in Mecklenburg-Vorpommern einige außergewöhnliche Strecken. Über die Halbinsel Zingst führt etwa ein Weg die ehemalige Darßbahnroute entlang, die Teil des Ostseefernwegs ist. Höhepunkt des Radwegs ist die alte Drehbrücke über den Bodden, die immer noch in Betrieb ist. Um an der Küste für jedes Wetter gewappnet zu sein, denken Sie an die richtige Kleidung. Die Klepper Leichtstrick-Fleecejacke etwa wärmt und ist trotzdem atmungsaktiv – perfekt fürs Radeln.

Es gibt viele Tipps zu Bahntrassenwegen online oder im Buchhandel. Auch auf der Website des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs ADFC finden Sie Informationen und weiterführende Links. Wie Sie dann beim Radeln nicht vom Weg abzukommen, steht übrigens hier.

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